Das Leben der Anderen.

Kolumnen

Einen jüngeren Freund zu haben, ist ja nicht erst seit Heidi und Jenny en vouge. Wenn das Toyboy-Dasein überwunden ist und frau dazuhin nicht nur im gebärfähigen, sondern auch freudigen Alter ist, ziehen gern mal Wölkchen am rosa Himmel auf. Man(n) steht mit dem Rücken zur Wand und vor der großen K-Frage. Was früher einmal Küche und Kirche war, entscheidet sich heute zwischen Kondom oder Kind.

Darf´s noch ein Kind sein?

Geradezu unweigerlich kommt ab einem gewissen Alter bei frau das intrinsische Gedankengut auf – dann, wenn die Ohren noch gut genug funktionieren, um das penetrante Ticken zu hören. Ticktackticktackticktack. Vielleicht sollten manche das T mal durch ein F ersetzen und einfach mal wieder ein bisschen Spaß haben? Ihr Männer könnt ja quasi immer. Also, das mit dem Kindermachen, meine ich. Vielleicht gibt euch das auch diese gewisse Coolness. Wir Frauen werden ja dazu gezwungen. Erst von Eltern, Omas, Tanten, Cousinen (als ob deren Leben nur Sinn  ergeben würde, wenn sie besser jetzt als gleich ein Neugeborenes auf dem Arm halten) und, irgendwann auch von unserem Gynäkologen. Wenn der mit ernster Miene da unten rumfuchtelt und meint „jetzt oder nie, besser wird´s nicht“. Na, schönen Dank auch!

 

 

Das Peter Pan Syndrom

Ja, spätestens dann – ob wir selbst wollen oder nicht – haben wir ein Kind zu wollen. Und damit trifft Peter Pan auf die Realität. Volle Breitseite. Aua. Unterhält man sich mit Frauen, bei denen es tickt (also, nicht (nur) im Kopf), spürt man, was für evolutionär-biologische oder wahnsinnig-gesellschaftliche Kräfte da wirken. Das ist peinlich, auch für andere Frauen. „Soziale Uhr“, das trifft´s wohl ganz gut – neigt der Mensch doch im Allgemeinen und im Speziellen zu (sozialen) Vergleichen. Festinger weiss da mehr drüber. Aber so viel sei gesagt: Das Leben der Anderen ist immer spannender, toller, bunter und was-weiss-ich-nicht-alles. Wie im Zoo gaffen wir und urteilen über das Leben unserer Freunde und Mitmenschen, als ob sie einer anderen Spezies abstammen. Hören wir doch auf mit dem Vergleichen, mit dem Rüberschielen und dem Gucken auf die anderen. Das macht uns nur unglücklich. Das Schöne ist ja, das jeder so leben kann und darf, wie er möchte. Und ob man´s glaubt oder nicht. Es soll tatsächlich Leute geben, die ganz glücklich sind genau so, wie sie leben.

Wie die Affen im Zoo

Gerade zwischen 25 und 35 klaffen die Welten ja mehr denn je auseinander. Häusliche Verbindlichkeit prallt auf ja-nein-vielleicht-eventuell-ganz-klar-jein. Da gibt es die, die seit Jahren eine Beziehung führen, ein Haus bauen und das zweite Kind erwarten. Es gibt die, die in der Dating-Hölle schmoren oder auf der Tinder-Welle surfen. Es gibt die, die mit 25 happy Family waren und mit Anfang 30 im 2-Wochentakt die Kinder bei sich haben. Wie man´s dreht und wendet – ist man Single, wünscht man sich (wenn auch nur ganz heimlich) jemand der da ist, wenn´s mal wieder so komisch zieht links in der Brust. Zu zweit wünscht man sich manchmal ein bisschen was von der Freiheit des Single-Lebens. Und ganz prinzipiell und allgemein – und da wären wir wieder bei der K-Frage – lässt man sich ja gerne mal alles offen. Von einer Fast-Beziehung über eine Fast-Fernbeziehung bis hin zur Fast-Affäre. Tja, wer für alles offen ist, kann nicht ganz dicht sein. Ein Fast-Kind habe ich nämlich noch nicht gesehen.

 

© themagnoliablossom