Wortheldin.

Inspiration

„Heute bin ich eine andere als gestern und morgen passe ich vielleicht schon nicht mehr in die Schuhe von heute“

Ich habe es mir auf Dominiks Couch gemütlich gemacht und ein bisschen aus dem Nähkästchen geplaudert – was dabei raus kam, könnt ihr hier lesen.

Happy Sunday ❤

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Kissen für vier.

Prosa

Mit pochendem Herz liege ich in diesem Bett, das nicht meines ist und spüre mit jedem Atemzug wie das Blut durch meinen Körper gepumpt wird. Obwohl dein Zimmer unter meinem liegt, höre ich deine leisen Schritte über mir. Ich liege allein in einem Bett für zwei mit Kissen für vier. Das ist das Tolle an Hotels. Es gibt immer genug Kissen, mit denen du alles erdrücken kannst. Und seien es nur die aufkommenden Gefühle. Im Keim erstickt. Lautlos.

Der Bund der Strapse schneidet etwas in das Fleisch, weil sie den ganzen Abend an meinen Beinen hingen, wie du an meinen Lippen, aber es ist zu spät darüber nachzudenken, mich diesen zu entledigen. Es klopft an der Türe und plötzlich bin ich mir nicht mehr sicher, ob ich bloß pinkeln muss, oder tatsächlich etwas Bauchkribbeln habe. Ich öffne die Türe nur einen Spalt und sehe den Wassertropfen, der von deinen dunklen Locken auf den weißen Bademantel tropft. Ein toller Kontrast. Genau wie du. Mit einem Lächeln bitte ich dich herein und du hauchst mir einen Kuss auf die Stelle zwischen Hals und Schulter, genau in diese kleine Kuhle. Du riechst nach Zedernholz und ein bisschen nach Zitrone. Deine Haut ist noch leicht feucht als ich dir den Bademantel öffne. Natürlich wärst du nicht du, wenn darunter nicht noch ein Handtuch um deine Hüften geschlungen wäre. Immer alles gut absichern. Ich muss schmunzeln und streife den Träger meines Kleides über die Schulter. Langsam küsse ich dir die letzten Wassertropfen von der Burst und dann lassen wir uns in das Meer aus Kissen fallen. Und tauchen richtig tief ab.

 

© Julia

Käsekuchen, Baby!

Mit Vergnügen, Portfolio

Es ist ein Sonntag im Herbst. Mit den letzten Blättern fällt auch der erste Schnee vom Himmel. Nass, kalt, grau. Kein Grund Trübsal zu blasen, denn pünktlich zur sonntäglichen Kaffeezeit gibt es einen Neuzugang in meinem Portfolio. Ich schreibe jetzt auch offiziell und mit ganz viel Vergnügen für den Blog mit Vergnügen München. Nehmt euch ein Stück vom Kuchen – Füße hoch & genießen. Easy!

 

Happy Sunday ❤

Hello, turn your radio on!

Kolumnen

Von seinen Nachbarn bekommt man ja häufiger mehr mit als einem lieb ist. Meiner steht beispielsweise unfassbar auf Opern und singt gerne – am liebsten früh morgens und spät abends und das nicht einmal gut.

Nun ja, auch ich ergebe mich gelegentlich akustischen Ergüssen  – beschränke mich dabei aber vornehmlich auf das Auditive. Sprich: Ich höre Musik. Manchmal auch Radio. Und ganz manchmal auch beides parallel (für alle, die sich fragen: Ja, das geht. Sehr gut sogar). Hörfunk – das kennt man schon noch, oder? Ich besitze zu diesem Zweck ein furchtbar altes und ganz analoges Radiogerät. Wenn ich zuhause arbeite, empfinde ich es als angenehm, etwas Hintergrunduntermalung zu haben. Gerade so laut, dass es nicht ganz mucksmäuschenstill ist und so leise, dass ich jedes Wort von Nachbars Gesinge verstehe und aufpassen muss, nicht versehentlich die Lyrics zu tippen anstatt meinen Text. Wenn dann ein guter Song im Radio kommt (soll vorkommen) dann drehe ich für diese dreiminutenundfünzigsekunden so richtig auf. Hüpfe durch die Wohnung, benutze die Haarspray-Dose als Mikrofon und fühle mich wie Tina Turner im Jahr 1985. #privatedancer.

Und wenn mir jene dreiminutenundfünfzigsekunden noch nicht genug waren oder ich noch etwas Zeit zum Prokrastinieren brauche, drehe ich das Radio wieder in die kaum hörbare Hintergrundlautstärke zurück, google das Lied auf meinem Laptop und raste mir nichts, dir nichts weiter vier Minuten (mitohne Werbung) aus.

Aber manchmal läuft das auch anders herum. Das heisst, ich höre ein Lied über meine Playlist und ein paar Minuten später kommt genau dieses Lied im Radio. Zu Beginn glaubte ich noch an einen Zufall. Obwohl es sich in besagten Fällen nicht um die aktuellen Charts handelte, die wohl jeder Sender rauf- und runterspielt. Es waren solche Dinge wie, Creedance Clearwater Revival (die alten von Papa, auf Vinyl) oder Lay down Sally, ein Song bei dem ich einfach nie nicht glücklich sein kann.

Die Ereignisse häuften sich und als aufgrund eines Stromausfalls das Radio nur noch chrrrrchrrrrrr-Geräusche von sich gab, musste ich einen neuen Sender suchen. Also, landete ich – wie es der Zufall so will – wieder bei meinem alten Lieblingssender, den ich vor einiger Zeit wutentbrannt wegdrückte, weil ein neuer Moderator mir mit seiner aggressiven Musikauswahl gehörig auf die Nerven ging.  Nun, als der Suchlauf endete und das chrrrrchrrrrrr wohltuender Weise abrupt ein Ende nahm, trällert mir doch just Eric Claptons „Don’t you think you want someone to talk to?“ entgegen. Ich bin baff. Ich schwöre euch, in all den Jahren in denen ich diesen kleinen Sender gehört habe, lief nicht ein einziges Mal Lay down Sally. Nienienie. Und nun, da der andere Sender und mein Laptop mal wieder eine akute Sally-Phase haben, kommt dieses Lied im Radio. Unter der Frequenz. Nicht, dass ihr jetzt denkt ich sei verrückt. Es ist verrückt. Wirklich. Auf meiner Puderdose steht in großen Lettern „GLOW“ geschrieben. Manchmal, wenn ich mir morgens einen Hauch davon auf mein Gesicht stäube, um zumindest etwas zu sehen, das leuchtet – ertönt ein paar Minuten später „Glow“ von Madcon im Radio. Selbstredend habe ich erneut den Sender gewechselt. Nicht nur wegen diesem Song.

 

© themagnoliablossom