Wortheldin.

Inspiration

„Heute bin ich eine andere als gestern und morgen passe ich vielleicht schon nicht mehr in die Schuhe von heute“

Ich habe es mir auf Dominiks Couch gemütlich gemacht und ein bisschen aus dem Nähkästchen geplaudert – was dabei raus kam, könnt ihr hier lesen.

Happy Sunday ❤

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Ferienende.

Kolumnen

Die letzten Tage sieht man sie wieder vermehrt. Die Kondensstreifen, die die großen Flieger hinter sich herziehen. Wilde Muster in Weiß, vor strahlendem Blau. In gefühltem Sekundentakt sehe ich Flugzeuge starten und landen, muss hier und da etwas blinzeln, wenn sich die Sonne in den schrägen Tragflächen spiegelt. Ich male mir immer aus, wohin sie fliegen. Überlege, wo Norden und wo Süden ist und welches Ziel diese Flieger haben könnten. Welche Menschen da drin sitzen, zu wem sie mit klopfendem Herzen fliegen und wen sie schon jetzt vermissen, kurz nach dem der Gate geschlossen wurde. Die großen Flieger, die einem eine grenzenlose Freiheit vorgaukeln. Alles möglich. Alles nur einen Fingerschnipp entfernt. Oder einmal Augen zu, Karte durch am Ticketschalter.

Für jeden Flieger der startet, gibt es auch einen der landet. Pünktlich zum Ferienende hier in Bayern sind das ganz schön viele. Aus und vorbei das schöne Leben am Strand unter Plamen. Vorbei sind die Tage, an denen man sich zwischen Kaffee oder Tee zum Frühstück und Wein oder doch lieber einen Cocktail zum Abendessen entscheiden mussten – und das eine tagesfüllende Aufgabe war. Aufstehen ohne Wecker, von schräg einfallenden Sonnenstrahlen sanft geweckt werden #slowmorings. Zwischen Lesen, schwimmen und ein bisschen Wandern ist nicht viel passiert. Jeder Tag fühlte sich wie Sonntag und Weihnachten zusammen an. Man hatte nichts vor. Und morgen auch nicht. Und am Tag nach morgen auch nicht. Hach, ja sweet life. Das Ende kommt da irgendwie immer ganz plötzlich. Die Rückkehr in den Arbeitsalltag schier unmöglich. Vor drei Wochen war ich noch so motiviert, hatte Ideen, Pläne und mein Tag hätte mehr als 24 Stunden benötigt, um all das zu verwirklich. Ich hatte einen richtigen Lauf. Da konnte mir nicht einmal der miese Sommer einen Strich durch die Rechnung machen. Ha! Gummistiefel for the win. Und nun? Laufen die Erstklässler mit ihren viel zu großen Schultüten aufgeregt umher und bei mir ist irgendwie der Drive weg. Was ist passiert in jenen drei Wochen, Nichtstun, entschleunigen, faul sein? Ist das ein bisschen ausgeartet?  Hat man da die Kontrolle verloren? Und die Kreativität gleich mit? Oder kratzt da was ein bisschen am eigenen Ego, weil der Laden ja scheinbar ganz wunderbar ohne einen selbst lief? Huch! Post-Holiday-Blues, nennen das die Forscher und raten zu softem Einstieg, to-do Listen und die Mittagspause mit den Kollegen zu verbringen. Ich spüre schon jetzt, wie der Kortisolspiegel in meinem Blut steigt. Zurück im Büro wartet das volle Postfach, 1004 unbeantwortet Mails und der Kaffee schmeckt auch irgendwie schal. Zäh wie Kaugummi vergehen die Stunden und das Blatt ist immer noch weiß.

Aber vielleicht liegt es gar nicht am Urlaub, oder der Rückkehr aus diesem. Vielleicht hat man davor einfach schon alle Energie und Kreativität aufgebraucht, sodass sich der Körper jetzt lautstark seine Pause einfordert? Vielleicht sind nämlich Kreativpausen gar nicht so schlimm, sondern viel mehr kreative Pausen. Und ganz vielleicht bauen wir in unseren Alltag ein paar happy moments ein und setzten auch hier vermehrt auf kleine Auszeiten. Klingt doof, is aber so. Denn schließlich ist nicht Urlaub unser Leben, sondern das, was dazwischen passiert und das, sollte mindestens genauso schön sein – wenn nicht gar besser.

 

Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“.

Das wusste schon Erich Kästner. Und der muss es ja wissen.

 

© Julia

Make up your mind!

Kolumnen

Schlank. Gut gebaut. Lange Haare. Muskeln. Große Brüste. Bart. Dunkle Augen. Was darf´s denn sein? Egal! Alles hinfällig, denn Verstand is geil. Sapiosexuell, Baby! Das Gehirn, mal wieder. Klar, Intelligenz ist schon immer ein bisschen sexy, aber körperliche Erregung durch Intelligenz? Ganz nach dem Motto „seduce my mind and you can have my body?”.

Gesellt sich gleich und gleich wirklich gerne, oder ziehen sich Gegensätze an? Männer fühlen sich ja gemeinhin in ihrer Männlichkeit bestätigt, wenn sie sich ihnen (geistig) unterlegenen Frauen zusammentun. Narzisstische Kollusion, nennt das der Fachmann. Nun gut, haben wir alle schon mal gesehen. Den Sugardaddy, der sich in gereiftem Alter einer schönen Langbeinigen bedient, die locker seine Tochter sein könnte. Je ungleicher die Gesellschaft bzw. das Verhältnis zwischen Männern und Frauen, desto wichtiger Status auf der einen und Schönheit auf der anderen Seite. Die Zeiten der drei K´s sind vorbei, wir Frauen sind unabhängiger und freier denn je (Emanzipation und so) und dürfen sogar wählen – nicht nur den Mann an unserer Seite. Die alte Formel verliert an Bedeutung. Intelligenz und Humor lösen Besitztum und soziales Standing ab. Doch angekommen im 21. Jahrhundert funktioniert das Spiel mit dem Status und der Schönheit auch locker andersrum. Viele attraktive, erfolgreiche Frauen haben einen (oftmals) jüngeren Mann, der ihnen nicht immer intellektuell ebenbürtig ist. Muss das denn so sein? Die Sache mit der Intelligenz? Zwangsläufig? Fakt ist; ist mein Partner zu dumm, enttäuscht er mich andauernd. Ist er zu klug, bin ich enttäuscht. Geoffrey Miller, seines Zeichens Evolutionsbiologe fand sogar heraus, dass der IQ eines Mannes mit der Qualität seines Spermas korreliert. Na, Prost Mahlzeit! Hat aber den biologischen Hintergrund, dass es den Frauen intelligentere Nachkommen versprechen soll. Fraglich bleibt irgendwie nur, wie frau das herausfinden soll. Die Sache mit dem Sperma…

Die Intelligenz von Männern und Frauen habe sich im Laufe der Evolution angeglichen „Frauen müssen intelligent sein, um zu erkennen, ob der Mann intelligent ist“, so Miller. Das überdimensionierte Gehirn des Menschen sei dadurch entstanden, dass weibliche Exemplare unserer Vorfahren diejenigen männlichen Exemplare bevorzugten, die durch Intelligenz und Kreativität einen höheren Unterhaltungswert boten. Ha! Waren Frauen doch schon immer insgeheim die Bestimmer.

Das Attraktivitätsempfinden läuft – wie jede Emotion – über das Gehirn. Nur logisch, dass das Gehirn mehr als nur eine Nebenrolle spielen darf. Intelligenz ist attraktiv. Sie verspricht Ressourcen und zwar auf lange Sicht. Denn Schönheit ist vergänglich, G(r)ips bleibt. Oder so. Jedoch sollte man den Intelligenzbegriff nicht zu eng fassen, denn nicht die fachliche Intelligenz, sondern die Ähnlichkeit bezüglich Sprachwitz, Lebendigkeit, Empathiefähigkeit und das Gesprächsniveau allgemein sei ausschlaggebend, um den Partner als Resonanzkörper zu betrachten. Eine gemeinsame Basis eben. Und somit ist es auch egal, ob jung oder alt, ob Physikprofessorin oder Fotograf, ob Sixpack oder Silikonbrüste – all das ist nur die Hülle. Viel wichtiger ist doch das, was hinter der Fassade steckt. Die Nervennahrung sozusagen. Vielleicht muss man da auch mal alte Muster durchbrechen und den Mut haben, neue Wege zu gehen. Denn eben diese von Miller genannten Traits bilden doch die Basis, die uns langfristig glücklich macht. Und das wollen wir doch alle, oder? Auch dann, wenn die rosarote Brille längst in der Schublade liegt. Darauf ein paar Nüsschen.

 

© Julia