Ein Teil von mir.

Prosa

Meine Gedanken schweifen, kreisen, suchen und finden immer wieder dich. Zu oft oder zu selten. Du und ich. Die Zeit, unaufhaltsam fortschreitend. Ein Moment für die Ewigkeit. Ein bittersüßer Rausch. Sie ist in meinem Kopf, die perfekte Vorstellung, die reale Illusion von dir und mir. Wie ein in der Sonne glitzerndes Spinnennetz, so schön gewebt, so zart und gleichsam so zerbrechlich. Das süße Gift, das in einer einzigen, flüchtigen Umarmung aufflammt. Durch meinen Körper strömt und jede Zelle für sich beansprucht. Und so trage ich dich in mir, du als Idee, eine bittersüße Illusion von dir – in mir, als Teil von dir.

 

Wenn Nächte zum Tag werden, träumen wir von der Nichtigkeit des Lebens und der Wichtigkeit des großen Ganzen – oder andersherum. Wenn die Nacht den Tag küsst und im schummrigen Licht der Morgensonne die Grenzen verschwimmen – was ist real und was ist Traum? Ist nicht alles relativ egal?

Meine Gedanken schweifen, kreisen, suchen und finden immer wieder dich. Zu oft oder zu selten. Du und ich. Ein Wimpernschlag, ein Moment für die Ewigkeit.

 

© Julia

Ode an mich.

Inspiration, Kolumnen, Prosa

Ich habe etwas versprochen. Fast schon ein Verbrechen, was zu versprechen, was ich nicht halten kann. Doch ich will ehrlich sein mit mir und meiner Selbst. Meinen Selbstwert nicht koppeln an hinkende Vergleiche als Summe meines Aussehens, meiner Fähigkeiten, meines Jobs oder meiner Wohnung. Mein Haus, mein Auto, mein Mann. Bei den anderen ist immer alles größer, bei dir ist´s nur der Hintern. Ich verspreche, meinen Selbstwert nicht durch andere bestimmen zu lassen, was allein etymologisch schon nicht ginge. Sind die Maßstäbe doch so flüchtig wie die deren Meinung. Im stetigen Wandel und dem Streben nach Perfektion verspreche ich, das perfekte Glück mit der Imperfektion eines flüchtigen Moments zu betrügen. Ich preise die Regression zum Mittelmaß und zelebriere den Exzess. Ich mache Fehler und ich verspreche jeden einzelnen zu achten, ihn beizeiten zu verfluchen und gelegentlich ein und denselben zwei Mal zu begehen.

Ich verspreche, sie zu brechen, die Versprechen. Denn ich muss die Konsequenz mit einer Inkonsequenz hintergehen. Und das solange bis sie halten, die Versprechen. Und das ist auch wieder konsequent. Irgendwie.

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© Julia