Irgendwo dazwischen.

Prosa

Der Hosenbund schneidet unangenehm in das weiche Fleisch, es tut außen weh, aber auch innen. Weil es zu viel ist, von allem. Weil sich jeder Tag nach Kater anfühlt und es so heftig pocht im Kopf. Und manchmal auch im Herzen. Weil die kurzen Tage in lange Nächte übergehen, klammheimlich und noch bevor die dritte Flasche Rotwein geleert ist, aber die Lippen schon ganz blau sind. Weil das Herz mal wieder übergelaufen ist und sich das Blut in den trockenen Hautfalten ausbreitet und festsetzt. Da hilft dann auch kein Schrubben und Bürsten mehr. Die Haut durstet nach dem Blut wie die Erde nach einem Sommer ohne Regen und saugt es förmlich in sich auf. Winzige Verästelungen auf dem Handrücken und zwischen Daumen und Zeigefinger. Wenn man nicht aufpasst, auch zwischen den Armen, links in der Mitte. Das geht relativ schnell und in solch einem Falle kann man auch recht wenig tun. Man muss das einfach aushalten. Weil Blut und Wasser immer ihren Weg finden. Tropfend und kriechend. Blitzschnell. Und man noch Wochen danach das Blut aus den Fliesen kratzt.

Wenn auf nichts alles folgt und auf alles nichts, verpasst man manchmal den richtigen Moment und bleibt mittendrin stehen. Man versumpft in einer Parallelwelt mit blutverkrusteten Fugen und mit dem guten Rotwein getränkten Parkettboden. Der Zug in den Süden ist bereits abgefahren und der nach Norden hat wegen akutem Schneefall Verspätung. Es bliebe noch der nach Osten oder Westen. Beide fahren erst übermorgen. Also steht man am verlassenen Bahnsteig mit seinem gepackten Köfferlein und hält Ausschau nach Zügen, die nicht fahren. Und steht irgendwo zwischen Nord und Südwest, zwischen gestern und übermorgen und sucht vergeblich nach dem Heute. Irgendwo dazwischen.

 

© Julia

Werbeanzeigen

Muttertags- Blümchen.

Inspiration

Meine Mama ist an dreihundertfünfundsechzig Tagen im Jahr großartig. Manchmal auch an dreihundertsechsundsechzig. Jedes Jahr. Jeden e i n z e l n e n Tag. Und machmal ist es das Schönste, einfach da zu sein. Und zu Sein. Ganz du. Ganz ich.

Spät. Später. Zu spät.

Startseite

Oha, da habe ich doch glatt meinen Geburtstag vergessen. Meinen eigenen. Na, sowas! Den Blog-Geburtstag, meine ich, natürlich. Da plöppt gerade die Nachricht auf, dass themagnoliablossom gestern ein Jahr alt wurde. Süß! (Und danke, wordpress). Wahnsinn, ein ganzes Jahr. Ein Jahr, in dem ganz schön viel passiert ist. Ich erinnere mich noch genau an den Moment, als ich den ersten Beitrag veröffentlicht habe. Mit zittrigen Händen habe ich den publizieren Button geklickt und ungefähr drei Minuten gedrückt gehalten – nur, um dann ganz umständlich den Cursor wieder weg zu bewegen. Bloß nicht klicken. Dieses Spiel habe ich ganz schön lange gespielt und irgendwann, da hab ich dann einfach geklickt. Mutig! Aber, ganz ehrlich. So schlimm war es gar nicht. Im Gegenteil. Mittlerweile finde ich das Ganze hier nämlich ganz schön schön. Und ihr, ihr lieben Leser, tragt einen großen Teil dazu bei. Deshalb möchte ich an dieser Stelle einfach mal ein riesen Dankeschön an euch raushauen. Denn ohne euch wäre jetzt alles nicht so, wie es ist. Ihr seid spitze ❤

 

sänk ju

Ein ganzes Jahr

Kolumnen

Ich sitze an meinem großen Fenster und schaue hinaus in die Kälte. Beobachte, wie die winzigen, weißen Flöckchen lautlos auf die Erde fallen und ehe ich mich versehe, ist die ganze Stadt mit einem dicken, weißen Zuckerguss überzogen. Jeder Baumwipfel, jedes Haus, das ich von meinem Plätzchen aus sehen kann, hat etwas davon abbekommen.