Wenn du wüsstest.

Lyrik

Wenn du wüsstest, wie schön du bist. Wenn im Schlaf deine Augenlider zucken, weil du im Traum gegen Löwen kämpfst. Wenn sich deine Nackenhaare kräuseln und in meinem Atem tanzen, weil ich so nah bei dir liege. Wenn du wüsstest, dass dein leises Schnarchen in meinem Ohr das schönste Symphonieorchester der Welt ist. Wenn du wüsstest, wie schön es ist, wenn sich dein Burstkorb mit jedem deiner Atemzüge hebt und sich beim Ausatmen eine kleine Kuhle seitlich an deinem Bauch bildet. Ich fahre die Konturen mit meinem Finger nach. Du zuckst zusammen und ich sehe deine Gänsehaut. Und als ob es ansteckend sei, ist auch meine Haut mit winzigen Pünktchen übersäht. Ich wünschte ich könnte durch deine Haut in dich hinein kriechen, noch näher an dich heran. Deinen Duft in mir aufsaugen. Konservieren. Ich wünschte ich könnte in deine Träume hereinspringen wie in eine Wolke und gemeinsam mit dir gegen den Löwen kämpfen. Deine Hand in meiner. Zusammen. Unbesiegbar. Wenn du wüsstest, wie schön das ist.

 

© themagnoliablossom

 

Feuerwerk.

Prosa

Ja, die Feiertage sind vorbei. Die Knöpfe am Hosenbund spannen, aufgerissenes Geschenkpapier ziert den Parkettboden, Tante Ilse ist abgereist ihre opulente Parfümwolke ist das einzige, was sich auch nach drei Tagen hartnäckig hält. Weihnachten ist vorbei. So schnell. Wie immer. Aber weisst du eigentlich, dass du mein Weihnachten bist? Du bist das Kribbeln im Bauch, wenn der Tisch gedeckt ist und alle Kerzen brennen. Du bist der erste Schluck Crémant auf nüchternen Magen. Du bist die Mousse au Chocolat, die samtig meinen Gaumen kitzelt. Du bist der Rotwein, mit dem ich deine Abwesenheit hinunterspüle. Du bist mein Last Christmas in Dauerschleife. Weisst du, du bist der Duft von Bratapfel und Gebäck, der mich liebevoll umarmt. Du bist Ankommen. Du bist nach Hause kommen. Alle Jahre wieder bist du die Spitze auf dem scheiss Tannenbaum. Meine Luft zum Atmen.

Ja, du bist mein Weihnachten. Du bist der Frühling im Winter. Du bist der, der alles auf den Kopf stellt. Du bist gegen die Natur, du bist die Klimaerwärmung und eigentlich gehörst du verboten.

Ich weiss, dass das jetzt nur so ist, weil alles Blut im Bauch ist, um die schwere Weihnachtsgans zu verdauen und nichts mehr für den Kopf überbleibt. Weil jetzt eben diese Zeit zwischen den Jahren ist, in der alle immer so ganz furchtbar sentimental sind und das Jahr Revue passieren lassen. Ich sitze auf dem alten Hausdach und nippe an meinem Bier. Weil es sich wie Sommer anfühlt. Mit geschlossenen Augen. Die Sonne kitzelt auf meiner Nase und ich muss niesen. Wie damals. Das ist meine Heimat. Dieses alte Haus, der Blick in die Stadt vom Dach aus. Der knarzige Baum da vorne links und die ratternde Tram. All das. Nach dem vierten Schluck Bier fühlt es sich tatsächlich nach Heimat an. Aber ich glaube Heimat, ist da wo das Herz ist und ich glaube Heimat ist wo du bist. Egal, wo auf der Welt – verstehst du?

Manchmal wünschte ich mir, du wärst ein Silvesterböller und würdest am 31. Dezember mit einem Affenzahn in den Himmel katapultiert werden und dich danach einfach in Luft auflösen. Manchmal wünsche ich mir das tatsächlich. Aber manchmal wünsche ich mir auch, dein Sozius zu sein.

 

© themagnoliablossom

Zuhause.

Prosa

Heute bin ich den Weg gegangen. Unseren Weg. Und zwischen all dem Laub war noch Platz für ein paar Gedanken an dich. Einen Fuß vor den anderen, immer weiter und immer lauter, das Rascheln. „Du musst weiter gehen“, hast du immer zu mir gesagt. Stillstand bedeutet Tod. Ich wollte aber stehen bleiben. Mit dir. In genau jenem Moment, als die Sonne den Himmel in irgendwas zwischen pink und lila färbte. Als das Licht noch ganz warm war und sich diese kleine Locke unter deiner Mütze hervorkräuselte. Oh, wie mochte ich das, wenn du sonntags einfach mal fünf gerade sein ließt und diese Mütze über deinen Stubbelhaaren trugst. Am Fluss entlang gerannt bin ich, kichernd und völlig außer Atem. Immer hast du mich eingeholt und fest an dich gedrückt. Manchmal blieb mir dir Luft weg. Aber vielleicht war das auch so, weil du mir einen Kuss auf die Stirn gehaucht hast. Mich juckt es jetzt noch am ganzen Körper, wenn ich daran denke, wie du mich mit dem bunten Laub eingeseift hast als sei es Schnee. Tränen gelacht haben wir.

Kannst du dich noch an den Moment erinnern? Als wir oben, mitten auf der Brücke stehen geblieben sind. Einfach so. Hand in Hand. All die Sonntagsspaziergänger, all die Autos und die Tram. Es war alles so fern. Nur wir beide. Tanzend. Zum Beat unserer Herzen. Ich habe meine kalte Nasenspitze in die Kuhle zwischen deinem Hals und deiner Schulter gedrückt. Dort, wo es immer so schön warm ist und nach verschlafenem Bett und Sonntag riecht. Dieser Geruch, das bist so sehr du, dass es weh tut. Und dieser Duft wird für immer mein Zuhause sein. Ob ich möchte oder nicht.

 

© themagnoliablossom

Sonntags.

Inspiration, Prosa

Klirrendes Geschirr, Tassen werden aufeinander gestapelt. Hier und da fällt ein Löffel zu Boden.

Ein knackendes Geräusch, wenn der Siebträger in die Maschine einrastet.

Ein Röcheln, wenn heißer Dampf die Milch zu einem Meer aus fluffigen Wolken verwandelt.

Der Duft, der sich allmählich im Raum ausbreitet, wenn das flüssige Gold über das Silber in die Tasse fließt.

Eine perfekte Symbiose aus schwarz und weiss.

Das wohlige Gefühl, das sich über die Lippen in meinem ganzen Körper ausbreitet und meine Sinne benebelt.

Jeder Schluck ein Stück Heimat, im Herz.

bald neu

Kindl Kolumne

Kolumnen

Meine Kolumne, die ich für das Münchner Kindl schreibe gibt´s jetzt auch hier zu lesen.

#undallesoyeah ❤

Da geht´s um die Wiesn. Weil die jetzt halt grad ist. Und überhaupt. Das ist das mit Bier und so. Weisste Bescheid.

kolumne

 


Liebes Oktoberfest, liebe Wiesn,

ich wollte dir da mal was sagen. Allerdings weiss ich nicht so recht, wie ich es in Worte fassen soll. Man sagt ja, nach der Wiesn ist vor der Wiesn und jedes Jahr auf ´s Neue denke ich mir, neeee also dieses Jahr bin ich raus. Aus diesem Wahnsinn, den du da veranstaltest. Überteuertes Bier und grölen auf der Bierbank. Ne. Also, wirklich.

Doch dann, wenn der Wind aus süd-west weht und der Duft von frisch gebrautem Bier in Luft liegt passiert irgendetwas in meinem Kopf oder in meinem Herz – oder in beidem. Dann ist da auf einmal dieses Kribbeln in meinem Bauch. Die Vorfreude auf dich. 3, 2, 1 – Anstich. Der erste Schluck der ersten Wiesn-Maß. Nie schmeckst du besser. Aufgeschnürt und aufgebrezelt über die Festwiese schlendern. Kettenkarussell fahren und sich im Riesenrad, ganz oben, küssen lassen. Der Duft von gebrannten Mandeln und Kaiserschmarrn essen bis das Dirndl spannt.

Dieses Jahr zeigst du dich von deiner ganz besonders schönen Seite. Mit deiner Oidn Wiesn versprühst du einen Hauch von Nostalgie und lässt mich wie Olivia Newton John fühlen. You´re the one that I want. Flohzirkus, Benzingeruch und die richtig coolen Jungs an der Steilwand – hach, den Herzkasperl machst du mit mir. Am allerliebsten mag ich dich übrigens an Sonntagen. Wenn nachmittags die Herbstsonne dein Antlitz in einen warmen, goldenen Ton taucht. Dann bist du so wunderschön, liebe Wiesn. Das wollte ich dir mal sagen.

Dear Wiesn, I love you. But it ´s not forever, it´s just tonight.

Herzlichst Deine Julia

Dein Duft.

Prosa

Manchmal ertrage ich es nicht, in einem Raum zu sein. Mit dir. Deinen Atem zu inhalieren, dich in mir aufzusaugen. Dich zu spüren, mich einnehmend, ausfüllend. Ganz und gar.

Ich ertrage es nicht, dass du rein physisch gut zwei, vielleicht auch drei Meter von mir entfernt bist, aber deine ganze Gestalt, jede einzelne deiner Zellen in mir ist. Mit jedem Atemzug nehme ich mehr und mehr von dir auf. In mir. Du.

Zwei Menschen in einem Raum, die Welt herum vergessend. Getrennte Körper. Die Seelen vereint. Eine funkelnde, imaginäre Linie verbindet die verborgenen Wünsche. Gedanklich. Aneinander gereiht. Leidenschaft sprüht durch Glutaugen. Die Schlinge zieht sich immer enger. Gefährlich knisternd. Verboten.

Dein Duft, liegt in der Luft. Und nimmt mir die Luft. Zum Atmen.

Ein Loch in die Luft starren 256/365

Die Luft. Zwischen uns.

 

© themagnoliablossom

#samstagsmusi

Musik

Samstage sind mir ja so mit die Liebsten. Blinzeln, nochmal umdrehen. Wieder blinzlen. Der Duft von frisch gebrühtem Kaffee, Sonne auf der Nasenspitze und ein lauwarmes Croissant in der Hand. Und zwar zeitgleich. Herrlicher Altweibersommer-Tag. Weekendfeeling deluxe. Kopf aus. Herz an. Hach, Herbst – so mag ich dich ❤

 

weekend

 

Herbst.

Inspiration

Wenn die letzten grünen Blätter von den Bäumen fallen – gelb bis bräunlich, gegerbt von der Sonne. Im Wind tanzend und wie ein Konfettiregen auf mich herabfallend. Dann liegt er in der Luft, der Duft des Herbstes. Ich ziehe den Kragen meines Mantels höher. Duftender Tee, wärmende Suppe und Kürbisse. Ein prächtiges Farbenspiel. Ich spüre die Sonne auf meiner Haut und höre das Meer rauschen. War das nicht erst gestern?

Herbst

Coffee love

© themagnoliablossom

Süchtig

Prosa

Manchmal sind Grenzen hart, aber manchmal verschwimmen sie auch. Grenzen zwischen Freude und Leid und dessen, was real ist und was Fiktion. Ein großer Schuss Milch im schwarzen Kaffee. Das gibt immer so schöne Muster. Mini Kumuluswolken, gefangen in einer viel zu kleinen Tasse. Bis jemand mit dem großen Löffel kommt und umrührt. Dann ist das Ganze eher eine bräunlich trübe Angelegenheit. Keine scharfe Begrenzung zwischen unschuldigem Weiß und schwarzem Schwarz. Ich mag Grenzen und noch viel lieber mag ich es, wenn sie sich auflösen. Zum Beispiel zwischen dir und mir. Die Wand zwischen unseren Zimmern. Manchmal lege ich mein Ohr auf die kalte Mauer und wenn ich meine Augen schließe, höre ich dich atmen. Ich spüre das Echo meines Herzschlages und drücke meinen Körper fester an das Gemäuer. Ich will mich hindurchpressen, zu dir schweben und mich neben dich legen. „Weisst du, man kann nicht immer alles kontrollieren“, hast du einmal zu mir gesagt. Und kurz bevor der Boden auf meiner Seite der Wand zu einem klaffenden Loch aufreißt, hebe ich ab. Mucksmäuschenstill ist es. Lautlose Schritte in der Luft. Eins, zwei immer einen Fuß vor den anderen. „Komm her, leg dich zu mir“, höre ich dich sagen. Jetzt noch drei. Dann bin ich bei dir.

Langsam lasse ich mich auf das Bett gleiten. Müde, vom Nichtstun und vom Fliegen. Du nimmst meine Hand und dann liegen wir in diesem Bett aus Wolken. Wie zwei Junkies. Gebettet auf Rosen zwischen Träumen und der Sehnsucht nach etwas ganz Großem vergessen wir die Dornen. Wir träumen von Sonnenuntergängen am Meer, von Dachterrassen und dem Geruch von Regen auf flirrendem Asphalt. Wir sind süchtig. Süchtig nach dem Wind und dem Regen auf warmer Sommerhaut. Das Geräusch, wenn der Wind durch das Weizenfeld zieht und das Gefühl von Gänsehaut. Wir radeln eine endloslange Allee entlang. Immer schneller. Du bist so schön – im Licht der Sonnenstrahlen, die zwischen den einzelnen Bäumen hindurchscheinen und im Sekundentakt Schatten auf dein Gesicht zaubern. Hell dunkel. Hell dunkel. Hell dunkel. Immer im Wechsel. Mein Herz klopft so laut, dass ich taub werde. Wir springen von den Rädern und lassen sie einfach so in das Gras fallen. Die Reifen drehen sich noch eine Weile weiter. Aber da hast du mich schon längst geküsst, noch bevor die Sonne hinter dem Hügel verschwindet und die Grillen anfangen zu zirpen.

Ja, wir sind süchtig. Und du bist meine Droge. Und ich bin deine. Wie zwei Junkies liegen wir hier und jetzt. Gebettet auf Rosen zwischen Träumen und der Sehnsucht nach was ganz Großem und vergessen die Dornen.

 

© Julia

Hört ihr´s auch…

Inspiration, Musik

… das Zwitschern der Vögel, morgens, wenn es ganz langsam wieder früher heller wird?

Spürt ihr auch die Sonne, die ihre warmen Strahlen immer großzügiger verteilt?

Spürt ihr die Wärme auf dem sonnenhungrigen Gesicht und das Kitzeln in der Nase?

Riecht ihr auch diesen unvergleichlichen Duft? Er liegt in der Luft!

Fühlt ihr die Wärme im Herzen, die sich langsam im ganzen Körper ausbreitet? Mein liebster Freund ist auf dem Weg. Bald ist er da. Ich kann ihn kaum erwarten. Den Frühling!

Fühlt ihr´s auch?


Here comes the sun


So ganz ungeachtet möchte ich den Winter aber auch nicht verabschieden. Denn, ganz manchmal, so wie an jenem Tag im Januar mit gaaaanz viel Sonne – ist er gar nicht mal so übel, der Winter.

Isar

Lovely Isar

 

 

Happy Weekend ❤

 

© themagnoliablossom