In der Kürze, liegt die Würze.

Das Münchner Kindl, Kolumnen

Es regnet. Ich habe keinen Schirm dabei und versuche noch schnell die Tram zu erwischen. Mit meinem Kaffee in der Hand balanciere ich auf dem schmalen Bürgersteig an der Menschentraube vorbei. Ein LKW fährt bei dunkelorange über die Ampel und hinterlässt einen großen Fleck aus Regen und Straßendreck auf meinem Mantel. Vor Schreck fällt mir mein Kaffee aus der Hand und die Tram ist auch weg. Es gibt sie, diese Tage an denen nichts auch nur annähernd so läuft, wie es sollte. Carpe diem. Carpe that f****** diem, summt die Stimme in meinem Kopf gemeinsam mit Herrn Early Bird. Ein Scheiss! Es gibt sie einfach, diese Nicht-Tage.

kolumne

Klatschnass trotte ich zur U-Bahn und, weil ich zur Abwechslung mal nicht auf mein Smartphone starre, bemerke ich, dass mir von allen Seiten griesgrämige Gesichter entgegenblicken. Es ist nass, es ist kalt, es ist grau. Zu früh, zu müde, zu alles. Vielleicht fällt einem das im Sommer einfach nur nicht so auf, wenn die Endorphine mit dem Serotonin und so. Aber jetzt, da es wieder früher dunkel wird und der Glückshormonpegel eher Nullniveau erreicht, sind sie wieder vermehrt unterwegs. Die, die so gar nix zu lachen haben. Ich hätte ja heute auch allen Grund Angelas Mundwinkel Konkurrenz zu machen, aber ich muss schmunzeln. Weil ich was Schlaues gelesen habe. Wer den Kürzeren zieht hat Pech. Oder gut lachen. Ha! US-Forscher haben nämlich herausgefunden, dass die Fähigkeit zu lachen in den Genen liegt. Jeder Mensch erbt von Mami und Papi ein Gen. Hoffentlich noch ein paar mehr, aber zumindest je ein sogenanntes Serotonin-Transporter-Gen (SERT). Sind beide Allele kurz, kann man auch mal über Witze lachen, die eigentlich nicht lustig sind. Oder trotzt nem` Kacktag einfach mit einem Lächeln. Jawollo! Sind beide lang, muss man zum Lachen schon mal in den Keller, da man tendenziell eher mit einer Bittermiene gesegnet ist. Die Länge macht ́s halt doch nicht immer, wa? Im Ernst. Menschen mit kürzeren Genen reagieren in Tests emotional stärker positiv. Aber auch stärker negativ. Die Bandbreite an Emotionen ist schlichtweg größer. Miesepeter würden jetzt das Wort Stimmungsschwankungen ins Spiel bringen. Ich sage euch: Davon lass ich mir nicht die Laune verderben. Drauf nen Kurzen. Cheers!

 

Zu lesen gibts meine Kolumne auch auf dem Blog Das Münchner Kindl. Yeah!

 

Happy weekend ❤

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6 Gedanken zu “In der Kürze, liegt die Würze.

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