Heart vs. Head vs. Freunde

Kolumnen

Wenn man sich schwebend fortbewegt, auf einer Wolke aus Gedanken, gefühlten Wahrheiten und wahren Wahrheiten, wenn sich die Grenzen dessen, was man fühlt und was real ist auflösen und zu Staub zerfallen, ist der Rat eines guten Freundes hilfreich, oder?

Sie kennen dich in- und auswendig, verbringen teilweise mehr Zeit mit dir als deine Familie. Sie sind deine Familie und wollen stets das Beste für dich. Deine Freunde.

Aber woher wissen sie denn, was das Beste ist, wenn ich das nicht einmal selbst weiß? Ist es der berühmte Blick von außen; weil sie emotional nicht tangiert werden von all dem, was mich emotional tangiert. Zumindest nicht in der Art und Weise, wie mich es tangiert. Und ist es nicht gerade die emotionale Betroffenheit, die unsere Entscheidungen authentisch, lebendig und untrüglich werden lässt? Diese jene Emotionalität die subjektiver nicht sein könnte, determiniert doch unsere eigenen, individuellen Entscheidungen.

Ich frage mich, wie sehr Meinungen und (gutgemeinte) Ratschläge von Freunden das eigene Verhalten beeinflussen. Wie sehr diese Worte nachhallen und sich in Kopf und Herz festsetzen. Nicht zuletzt durch deren mantraartige Wiederholung. Natürlich ist es mir wichtig, was meine Freunde zu sagen haben, in welche Richtung ihr Blickwinkel auf die (verdrehten) Tatsachen zeigt. Es gibt Freunde, die sind wie man selbst. Fast schon seelenverwandt – sofern es so etwas überhaupt gibt. Dann gibt es Freunde, deren Wesen so konträr zum eigenen ist und es tatsächlich genau das ist, was die Freundschaft ausmacht. Aber können sie für mich entscheiden? Egal wie sehr ich emotional zurechnungs- bzw. unzurechnungsfähig bin… Nein! Aber tun sie das nicht dennoch, wenn auch zu einem geringen Prozentsatz? Ich glaube, ich kann mich nicht völlig frei machen davon… Die gesagten Worten fahren immer und immer wieder Karussell vor meinem geistigen Auge, dass mir schon ganz schwindelig wird. Vielleicht sind die Worte und deren Intention dahinter richtig. Aber richtig oder falsch für wen?

Du bist nicht ich und ich bin nicht du.

 

Be true

Und was ist, wenn du nicht weißt, wer du bist und was du tun sollst? Dann höre ganz tief in dich rein und wenn du es dann immer noch nicht weiß, dann tu einfach was der Bauch, das Herz oder der Kopf dir sagt. Irgendwas. Entscheidungen sind immer gut. Immer besser als abwartendes Nichtstun. Das käme einem völligen Ausliefern der Situation, des Universums gleich. Entscheidungen sind immer gut. Und mutig. Sie bringen voran oder werfen zurück. Aber sie sind dabei vor allem eines: Voller Leben! Und selbst wenn es (vermeintlich) die falsche Entscheidung war, ist sie doch von einem selbst getroffen worden. Und auch aus (vermeintlich) falschen Entscheidungen lernt man. Zum Beispiel, dass man es das nächstes Mal anders, besser machen sollte. Genau so oft falsch, bis man es richtig macht. Oder immer wieder falsch, weil man nun mal so ist und das akzeptieren sollte. Das „who you are“…

Denn am Ende des Tages bin ich es, die in den Spiegel schaut und den einzigen Anspruch, den ich habe ist, dass ich aus ganzem Herzen sagen kann ich habe diese Entscheidung getroffen, für mich. Und ich finde sie – und sei es nur für den Moment des Entscheidungsfällens – richtig.

 

© themagnoliablossom

 

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